August, you failed me!

Lieber August,

ich habe bislang immer an dich geglaubt – und du hast mich bitter enttäuscht! Das, was man früher Sommermonat nannte, fühlt sich wie April an – nur mit Novembertemperaturen und ohne die sonnigen Phasen dazwischen.

Mir wachsen Schwimmhäute zwischen den Zehen! Ich schimmele beinah, da ich ständig in Platzregenschauer gerate und mich strikt weigere, einen Regenschirm mit mir herum zu tragen. Ich bin versucht, die Heizung anzudrehen! Was ist aus diesem Konzept geworden, was man früher Sommer nannte, so mit Temperaturen über 25 Grad, Sonne, mal einem Wärmegewitter hier und da? Man saß draußen bis in die späten Abendstunden – und zwar ohne Heizpilz oder Wolldecke. Soll’s das echt schon gewesen sein?

Lieber August, du hast echt alles daran gesetzt, den gar nicht so verkehrten Juli schnell vergessen zu machen. Ich finde das nicht richtig. Ich bin weiß wie ein Fischbauch und habe nun Urlaub – ICH MÖCHTE VERDAMMT NOCHMAL INS FREIBAD GEHEN und NICHT dabei ERFRIEREN!

Ich glaube, ich schrieb bereits einmal, dass gutes Wetter für meine Laune wirklich signifikant wichtig ist. Also tu was, lieber August, denn meine Mitmenschen leiden. Außerdem möchte ich mir keine Gummistiefel kaufen.

Es grüßt,

Lena

Und nun zum Wetter, Teil II

Quelle: deviantart.com

Quelle: deviantart.com

Gutes Wetter begrüße ich prinzipiell. Ich hasse Regen, Schnee ist nur akzeptabel, wenn er länger liegen bleibt als die erste Nacht und alle anderen Darreichungsformen des Prinzips Wetter sind auch nur eher so mittel. Sonne ist also toll und begrüßenswert. Eigentlich.

Während ich diese Zeilen tippe, zwitschern draußen die Vögelein und die Sonne scheint in den Garten. Es sind ungefähr 20 Grad und alle Welt ist vermutlich in Biergärten und Cafés, auf Spazierwegen und Spielplätzen versammelt, um dem Frühling zu huldigen. Nur ein kleines gallisches Dorf eine einzelne Person mit grundlegend negativer Einstellung zur Welt (also ich) fristet ihr Dasein drinnen.

Ich kann nicht guten Gewissens bei Sonnenschein drinnen herumgammeln. Dann denke ich, einen ganzen Tag versäumt zu haben und befürchte, dass die Sonne NIE MEHR scheinen wird. Dann bin ich deprimiert und suche mir Wege und Menschen, um rauszugehen.

Denn gutes Wetter ist nur super, wenn man seine Zeit draußen verbringen kann. Wenn ich arbeiten oder bloggen (oder putzen oder Memes anschauen oder oder oder…) und daher drin sein muss, dann schlägt mir das auf die Laune – und zwar massiv. Mich nervt es, wenn ich gerne raus möchte, aber niemanden finden oder motivieren kann, mich zu begleiten. Es ist kaum zu fassen, aber es gibt sehr viele Menschen, die insbesondere im Hochsommer lieber für die Uni lernen, als mit mir baden zu gehen. Gut, man könnte auch alleine nach draußen, aber wer macht dann von mir die coolen Sonnenbrillen-Instagram-Fotos? Echte First-World-Problems habe ich.

 

Daher liege ich hier auf dem Sofa, schaue mir den Konsum verherrlichende Produktionen des Privat-Fernsehens an und sehne mich nach einem Eis. Nur bringt mir niemand eines. Noch mehr schlechte Laune. Es ist doch ein Teufelskreis!

Und nun zum Wetter…

Quelle: weblogit.net

Quelle: weblogit.net

Der Frühling ist da. Zumindest fühlt es sich nach einem Winter, der irgendwie keiner war, so an. Es ist verdammt uncool, über’s Wetter zu reden, trotzdem tun es die meisten und häufig ist das Urteil über’s Wetter negativ. Schneit es, dann motzen die AutofahrerInnen, schneit es nicht, dann beschwert man sich über den zu warmen Winter. Regen mag sowieso fast niemand und wenn es im Sommer dann mal heiß ist, ächzen auch alle.

Das derzeit herrschende Wetter sollte also konsensfähig sein – es ist mild und – zumindest hier – sonnig. Im Prinzip find ich das ja toll (ohje, ich hab’s gesagt), aber diese Übergangszeit ist ja doch irgendwie nervig, denn man ist irgendwie nie passend angezogen (man spare sich hier die berühmte Redensart über Kleidung und Wetter…). Morgens isses noch kühl, mittags ballert dann die Sonne. Lässt eine Optimistin wie ich dann die Winterjacke weg, wird es abends ganz schön bitter(kalt).

Wirklich nervig finde ich aber (im Winter und auch derzeit), Geschäfte aufzusuchen. Die sind in der Regel so beheizt, dass die Angestellten theoretisch auch in Unterwäsche arbeiten könnten (das möchte allerdings niemand). Für mich, die gerne bemützt herumläuft, bedeutet das: Schweißbäche überall und ein sofortiger Fluchtdrang und ich fühle mich, als habe das Klimakterium vorzeitig eingesetzt. Insbesondere in Bekleidungsfachgeschäften kann es ja nicht im Sinne des Managements sein, dass potentielle KundInnen gar nicht erst Willens sind, sich bei Saunatemperaturen aus fünf Schichten zu schälen. Viele tun es doch und die Vorstellung, wie sich klebrige und stinkende Menschen in fabrikneue Ware zwängen, finde ich auch nicht so besonders erquicklich.

Ähnliches gilt für die Heizsysteme im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Die sind ja auch irgendwie immer falsch eingestellt. Entweder grillen sie einem den Hintern, weil man just auf dem Heizmodul (oder wie immer man das nennt) Platz genommen hat oder die Klimaanlage bläst einem eisige Luft ins Genick. Ich habe ohnehin das Talent, in Zügen der Deutschen Bahn immer das Abteil zu erwischen, welches im Winter gänzlich unbeheizt ist – da lobe ich mir dann mein Mützchen und bin froh, die mittlerweile berüchtigen Klimaanlagen-Ausfälle im Hochsommer noch nicht miterlebt zu haben. Da hätte die Bahn, die von mir ohnehin regelmäßig Post erhält, wahrscheinlich den epischsten Beschwerdebrief aller Zeiten bekommen. Verdient hätte sie es jedenfalls.