Von Möpsen, Make Up und schiefen Schwänzen

Ich bin Teil des großen, bösen Ganzen, denn, werte LeserInnen dieses Qualitäts-Blogs, auch ich überwache euch. Beinahe täglich und mit großer Freude. Ich sehe, wie viele Menschen (ungefähr) meine Seite besuchen, welche Artikel sie lesen, woher sie stammen, wie sie auf zu meinem Blog gefunden haben – meist via Facebook-Link oder Suchmaschinen. Leider zeigt mir die Datenkrake namens Google nur gelegentlich an, welche Suchworte Menschen zu mir führten – aber nicht selten wundert oder amüsiert mich, WAS Menschen das allwissende Internet fragen.

Etwas bestürzend hingegen ist die Erkenntnis, dass „böhse onkelz titty cam“ (und Variationen davon) unglaublich häufig gesucht wurde – und unglaublich viele Menschen zu mir geführt hat. Diese fanden wohl eher nicht, was sie gesucht haben (das verlinkte Video scheint auch depubliziert worden zu sein), aber immerhin hat sich bislang keiner die Mühe gemacht, mich aufgrund meines Onkelz-Bashings zu belästigen. Aber Sex verkauft sich nun mal am besten und nackte Titten auf Onkelz-Konzerten scheinen wohl echt die Massen zu interessieren… Generell sind auch die „2 möppse“ von „deutschlandfans“ interessant. Nur gibt es die ‚leider‘ hier nicht zu sehen.

Auch immer wieder gerne gesucht werden „lippenstift“ und „make up blogs“ – ich befürchte, die Suchenden werden auch hier nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein, denn das Einzige, was ich zu diesem Thema zu sagen habe ist, dass ich diese Art Blogs hasse. Sehr sogar. Und wer sich von mir ein Make Up Tutorial erwartet, ist leider auch gänzlich falsch. Ich kann auch nichts raten, wenn der „nagellack schmiert“ oder wo man kostenlosen Lack herbekommt – ist einfach nicht mein Gebiet. Ich hoffe, die Lektüre hat dennoch gefallen.

Angesichts ihrer Überpräsenz scheinen viele Menschen auch Helene Fischer nicht so recht zu mögen. Dies belegen Suchanfragen wie „helene fischer nutte“ oder  „ich hasse helene fischer“ (extrem oft in letzter Zeit). Die Frau hat wohl ob ihrer Überpräsenz auf schlechten Dorfpartys, bei WM-Feiern und generell überall viele Menschen derart zur Verzweiflung gebracht, dass diese Gleichgesinnte in ihrem Hass finden wollten. Ihr seid alle herzlichst willkommen!

Meine favorisierten Suchanfragen sind aber jene, die immer pünktlich am Donnerstag eintrudeln, nämlich die nach Daniela Fehrenbach. Diese von mir ikonisierte Person (wer es nicht kennt, sollte sich die „Sahne ist mein Leben“-Folgen auf RTL 2 unbedingt mal reinziehen, es ist faszinierend) wird in ihrer Genialität von vielen Menschen verkannt, ihre Liebe zur Sahne verulkt. Ich hingegen, ich finde sie großartig (und bin wahrscheinlich der einzige Mensch, der über sie schreibt, egal!)

Während einer kleinen Recherche für diesen Text habe ich weitere Suchanfragen gesammelt, die ich nicht immer so eindeutig zuordnen konnte, darunter:

tumblr schiefe schwänze – Es gibt ja Vieles, worüber ich mich aufregen kann, aber über Blogs zu schiefen Penissen? Das ist selbst mir zu partikulär!

ein leben ohne sport nicht vorstellbar – Finde ich allerdings schon!

wie schaffen es männer unbehaart zu sein? – Ja, über diese Lebensleistung einiger Männer da draußen zerbreche ich mir auch ständig den Kopf… Nicht.

flankengott narzisstisch – Zur WM fanden ohnehin einige fußballmüde Menschen zu mir – aber wen genau man mit „narzisstischen Flankengott“ gemeint haben könnte, ist mir schleierhaft. CR7 ist ja eher kein Flankengott…

edeka ich hasse meine fahne – Ich weiß, wohin diese Anfrage führte – aber was zur Hölle war das Ansinnen der Person vor dem Computer? Ich würde es so gerne wissen? Geht es um omnipräsente Nationalfahnen? Hat da jemand eine Alkoholfahne und sucht nach einer Möglichkeit, Kaugummis zu erstehen? Man weiß es nicht!

Zuletzt gibt es aber auch tatsächlich Menschen, die mich bzw. diese Seite suchen. Darüber freue ich mich insgeheim (nach außen hin würde ich solch positive Emotionen natürlich nie zulassen) sehr! Liebe Menschen da draußen, die Ihr das lest: Ich feiere alle Klicks, freue mich über Feedback und Likes, denn ich bin nicht nur eine Person voller Hass, sondern auch eine attention whore. Also: Empfehlt mich weiter, wenn’s euch gefällt. Es dankt: Ich.

PS: Da hat man just diesen Beiträg publiziert, da findet man ein weiteres Kleinod des Nächtens in den Statistiken: eingequetschte titten bilder – Es tut mir sehr leid, dass ich womöglich nicht bei der Masturbation behilflich sein könnte.

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Ich hasse Blogs (jedenfalls die meisten)

Im Kanon „Lenas unpopuläre Meinungen“ kommen wir heute zu einem Thema, welches mich immer wieder aufregt und eigentlich dazu gebracht hat, diesen Blog zu beginnen: Blogs. Und zwar die, in denen vornehmlich junge Frauen nichts anderes tun, als ihren täglichen Konsum zu zelebrieren, indem sie sich stündlich einen anderen Nagellack auf die Krallen schmieren (und sich dabei fotografieren), ihre Einkäufe präsentieren (indem sie sich filmen oder fotografieren) oder ihr Essen in Szene setzen, bis es kalt ist (um es zu fotografieren, aber dazu kommen wir in einem späteren Artikel nochmal…). Meine innere Göttin schlägt da keine Räder, sondern die Hände über dem Kopf zusammen.

Berufsbedingt habe ich feststellen „dürfen“, dass es wirklich unzählige Blogs dieser Art alleine im deutschsprachigen Raum gibt. Bloggerinnen testen und empfehlen und verleihen sich gegenseitig Awards, weil sie eben besonders gut testen und empfehlen. Dabei testen und empfehlen alle das Gleiche. Und ständig neue Sachen. Wieso muss man zehn verschiedene Gesichtsreiniger oder 25 Wimperntuschen besitzen? Ich versteh’s nicht.  Ich war auch mal in einem Forum, in welchem alle phasenweise auf eine britische Naturkosmetikmarke abgingen. Die Produkte haben eine kurze Haltbarkeit, weil sie ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden. Da gab es dann Fotos von Produktsammlungen mit zig Flaschen (teurem) Shampoo. Wer zur Hölle braucht mehrere Flaschen Shampoo? Wie oft waschen die sich die Haare?

Generell verstehe ich dieses Prinzip des „in großen Mengen besitzen Wollens“ nicht. Das Prinzip des Sammelns ist mir fremd – ich habe weder unzählig viele Schuhe noch eine große Menge an Handtaschen, Diddl-Postkarten oder Briefmarken. Mir tut es ja schon um jedes paar Schuhe leid, welches aufgrund eines Neukaufs nicht mehr (so oft) getragen wird. Ich brächte es nicht übers Herz, dies auch meinem Make Up oder meiner Bodylotion anzutun!

Dieses Präsentieren der „Beute“ hat ja irgendwie etwas Archaisches. Vor ein paar Tagen habe ich mit Entsetzen mein erstes Haul-Video gesehen, welches über 360.000 Klicks hatte. Zwei junge Damen präsentierten stolz ihre Einkäufe von Primark (ich mein, Primark! Ich würde niemals jemandem erzählen, dort eingekauft zu haben!) und erklärten den ZuseherInnen lang und breit, was sie da gekauft hatten. Als ob man das nicht sehen würde. Dieser Trend ging bislang an mir vorbei und ich bin eigentlich auch ganz froh drum – zum einen finde ich Shoppen ja ziemlich ätzend, zum anderen weiß ich nicht, wieso man sich anschauen sollte, was Mädels, die man nicht kennt und die einen schlechten Geschmack haben, so eingekauft haben. Aber teilweise sind die Damen ja sogar sowas wie „berühmt“. Weil sie Tüten auspacken, Wahnsinn! Es ist zum haulen!

Dass solche Blogs (und Vlogs, super Wortschöpfung, ne?) von Mode- und Make Up-Firmen als Werbequelle entdeckt wurden, sollte daher gar nicht überraschen. Die „Größen“ in der Blogosphäre erhalten mehr oder weniger regelmäßig Proben zugeschickt, die sie ausprobieren, besprechen und behalten dürfen. Eigentlich ein genialer Schachzug, kostet das doch viel weniger als Print- oder TV-Anzeigen und die Leserinnen kriegen gleich mitgeliefert, dass das Produkt was taugt (im Idealfall jedenfalls). Das wäre doch auch mal was für meinen Blog, ich stelle mich hiermit zur Verfügung. Allerdings kann ich nicht versprechen, dass mein Urteil positiv ausfällt. 😉