Happy Birthday to me!

geburtstagskuchenHeute ist ein großer Tag für diesen Blog und mich als seine Autorin – ein Jahr 50 Shades of Hate, die inzwischen zu mehr als hundert Abhandlungen zu all jenen hassenswerten Dingen dieser Welt angewachsen sind. Auch wenn meine Schreibfrequenz ein bisschen nachgelassen hat – dieser Blog ist nach wie vor mein Baby, auf das ich so stolz bin wie auf den nicht existenten leiblichen Nachwuchs.

Besonders freue ich mich auch über die inzwischen äußerst beträchtliche Anzahl an Klicks, die derzeit irgendwo kurz vor der 26.000 stehen. Großartig! Ein warmer Gruß geht hiermit auch an all jene, die mir jeden Donnerstag, wenn Family Stories mit „Sahne ist mein Leben“ auf RTL 2 läuft, auf der Suche nach Daniela Fehrenbach sind. You da real MVP!

Ich bin recht zuversichtlich, dass auch das zweite Jahr genügend Anlässe bieten wird, sich zu ärgern und sich auskotzen zu müssen – das Weltgeschehen und meine Mitmenschen liefern da ja immer ganz zuverlässig. Nun, ich werde diesen Abend nutzen und mich ausgiebig selbst feiern. Auf ein weiteres schönes Jahr!

 

Komm ich heut‘ nicht, komm ich morgen

Ich notiere mir bisweilen, worüber ich als Nächstes schreiben möchte – so richtig New School als Memo auf meinem Handy. Da steht seit einiger Zeit „Unzuverlässigkeit im Internetzeitalter“, was irgendwie ironisch ist, da ich ja selbst diesen fabelhaften Blog in letzter Zeit sträflichst vernachlässige und meinen hungrigen LeserInnen nichts Neues vorlege. Ich könnte nun Besserung geloben, aber ich weiß nicht, ob mir das gelingt, da ich arbeitsmäßig vor einem mittelschweren Umbruch stehe und ansonsten so oft unterwegs bin und bisweilen gute Zeiten erlebe, dass mir gar nicht so richtig der Sinn nach Hass und Abscheu steht.

Aber heute, ja heute ist es wieder soweit. Auch deshalb, weil mir das Erlebte am Wochenende in Erinnerung gerufen hat, dass mich Unzuverlässigkeit wirklich irrsinnig aufregt. Da feiert eine liebe Freundin, die süßer nicht sein könnte, ihren 30. Geburtstag mit allerlei Kuchen und Gedöns und nicht nur, dass ich mit einer Verspätung von knapp 45 Minuten beinah die Erste war – es kamen auch nicht mehr allzu viel Leute, obwohl zuvor noch freudig bei Facebook zugesagt wurde. Diese Einladungsfunktion ist doch auch eigentlich eine unglaublich praktische Sache, man erreicht so ziemlich die meisten Menschen, die wissen Bescheid, man kann zu-oder absagen und Infos verschicken, alles super. Nur dass es wohl kaum eine unverbindlichere Sache gibt als eine Zusage zu einer Facebook-Veranstaltung (zumal manche Menschen einfach auch nicht bemerken, dass sie eingeladen wurden, aber denen ist wohl echt nicht mehr zu helfen). Menschen klicken einfach mal „Ja, ich komme“, ohne tatsächlich vorhaben, zu erscheinen, ob sie nun gar nicht in der Stadt sind oder schlicht keine Lust oder Zeit haben. Dann tauchen sie nicht auf, sagen aber auch nicht ab. Oder ihnen fällt dann kurz vor Mitternacht ein, dass sie doch keine Lust auf den Kaffeeklatsch haben, der am Nachmittag zuvor stattgefunden hat. Nur halt ohne sie.

Ich selbst kann mich von diesem Verhalten nicht ausnehmen, viel zu schnell klickt man ein „Vielleicht“, weil man noch gar nicht weiß, ob man kommen kann. Und vergisst es dann. Weil man so viele Informationen über dieses schreckliche Facebook reingeballert bekommt. Da sind Einladungen auch nur Schall und Rauch. Nur wenn man dann selbst feiert und feststellt, dass von den 35 Zusagen nur 20 erschienen sind, dafür aber zig Leute auftauchen, die nicht mal reagiert haben, nur als vielleicht geführt wurden oder die man gar nicht kennt, dann ist das seltsam bis ärgerlich, aber auch traurig, wenn eigentlich liebe Menschen nicht willens sind, mit einem/einer zu feiern.

Anderes Beispiel. Wir besuchten heute meinen liebsten kleinsten Freund und spielten eine zünftige Runde Pokémon-Canasta. Er sucht eine neue Mitbewohnerin (oder auch einen neuen Mitbewohner) und wartete auf eine der (wirklich zahlreichen) BewerberInnen. Sie kam nicht. Sagte auch nicht ab, ist niemals aufgetaucht. Und niemand weiß, warum und es ist wohl auch nicht die Aufgabe des Wartenden, mal nachzufragen, was da los ist, denn: Es haben sich gefühlt 200 Menschen für dieses Zimmer gemeldet. Da könnte man ja auch mal auftauchen. Es ist ja auch so einfach in Zeiten von Mobiltelefonen: Man ruft an, schreibt bei WhatsApp, wahlweise auch eine SMS, zur Not geht auch eine eilige Mail oder man kontaktiert Menschen bei Facebook. Tausend Wege, abzusagen und genutzt wird: Keiner davon. Weil gar nicht oder massiv zu spät kommen ja auch Zeichen genug ist.

Und auch verspäten ist ja so leicht geworden dank Mobiltelefonie und sozialer Medien. Ausgemachte Uhrzeiten könnte man eher als Richtwert sehen, der sich unendlich nach hinten verschieben lässt, man kann ja schnell anrufen oder schreiben, dass man später kommt. Allet kein Ding, eigentlich geht man auch erst los, wenn man eigentlich schon am verabredeten Ort sein sollte. Doof ist, wenn die andere Person aber doch eher Wert auf Pünktlichkeit legt und dann warten muss. Ich finde mich unglaublich spießig, wenn ich darüber schreibe und muss gleichzeitig auch zugeben, selbst so zu sein bisweilen. Aber es wird wirklich vieles immer unverbindlicher und man nimmt gar nicht wahr, dass man nicht Wert schätzt, dass eine andere Person sich Zeit nimmt, Kuchen vorbereitet, die Wohnung zur Besichtigung auf Vordermann gebracht hat und strapaziert lieber Nerven und Geduld. Find ich gar nicht schön.