Am I doing it right, Henriette?

rekerstyle

Henriette Reker: Immer eine Armlänge hintendran.

2016 not welcome

Nachdem das alte Jahr gesellschaftspolitisch mal wieder mehr Rück- als Fortschritt war, ging ich davon aus, dass 2016 nur besser starten könne. Offensichtlich habe ich mich da schwer geirrt. Was ich gestern noch als Hoax aus rechten Reihen vermutete, wird heute auch von der Lügenpresse  bügerlichen Medien berichtet: An Silvester ist es wohl (insbesondere) am Kölner Hauptbahnhof zu massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen. Durch, wie lanciert wird, Männer aus dem nordafrikanischen oder arabischen Raum und die Polizei konnte die Situation nicht lösen. Diese Meldung machte mich zunächst einmal sprachlos. Mir fällt es auch schwer, hierzu einen Text zu schreiben, der diese Gewalttaten nicht zu relativieren versucht. Aber ich glaube nicht, dass die Nationalität der Täter Hauptursache für diese Vorfälle sind.

Jeder Mensch, der im letzten Jahr nur halbwegs Diskussionen zum Thema Flüchtlinge in diesem Land verfolgt hat, kann sich denken, welche Reaktionen auf diese Meldung nun folgten oder noch folgen werden. Sie werden ähnlich zynisch-gehässig sein wie beispielsweise nach den Anschlägen in Paris am 13.11.2015 (man erinnere sich an Herrn Matussek, der in Folge seinen Job bei der Welt verloren hat). Sie werden die „Willkommenskultur“ dafür verantwortlich machen, alle „Gutmenschen“ schelten und es sowieso immer besser gewusst haben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich fremdenfeindliche Kräfte plötzlich Themen bedienen, die sie bislang nicht interessiert haben: Frauenrechte zum Beispiel. Die sind genau dann relevant, wenn man anderen vorhalten kann, diese nicht zu achten. Auch wenn man selbst zu jeder Gelegenheit über Genderwahn und Radikalfeministinnen hetzt und allzu oft Teil des Problems ist; Teil einer patriarchalen Gesellschaft, in der Übergriffe gegen Frauen und Mädchen immer noch an der Tagesordnung liegen. Sicherlich nicht immer so offensiv, wie wohl in Köln geschehen. Aber solange Sexismen und die Verharmlosung von Missbrauch hier nach wie vor Alltag sind, sind solche Reaktionen vor allem eins: Heuchelei.

 

Wait for it…

Ich habe oft das Gefühl, dass das Leben nur aus Warten besteht. Am Morgen wartet man, dass der Kaffee endlich fertig ist. Im Büro dann auf die Mittagspause und dann natürlich auf den Feierabend. Das Wochenende kann auch nicht früh genug da sein und wann habe ich endlich wieder Geburtstag? (Für alle, die gratulieren wollen: In zehn Tagen!!) Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, aber ach, ich hasse es. Ich möchte Bestellungen sofort haben, die Ankündigung von Überraschungen macht mich rasend. Geduld ist eine Tugend? Dann bin ich wohl kein tugendhaftes Mädchen! Ich möchte alles und das am liebsten jetzt sofort.

Und dann sitze ich da, verfolge den Paketmann online und frage mich, wieso sich die Lieferzeit immer weiter nach hinten verschiebt. Oder ich ärgere mich, dass ich den Zusteller gerade verpasst habe und nun auf den nächsten Tag warten muss – worst case – extra zur Post fahren muss. Wieso liegt so viel Zeit zwischen den schönen Tagen im Jahr, die man mit FreundInnen verbringt? Ach und was ist eine Stunde Warten beim Arzt, wenn man auf den Termin schon monatelang warten musste? Anzeigetafeln von öffentlichen Verkehrsmitteln machen mich kirre, denn die angezeigten Minuten verstreichen wesentlich langsamer als reale 60 Sekunden, ich habe das mal gemessen. Es gibt wohl eh eine Regel, die besagt: Je ekliger das Wetter, desto länger lassen Bus/Zug/die Verabredung auf sich warten. Und wenn es die noch nicht gibt, dann habe ich sie hiermit aufgestellt.

Dies alles schreibe ich übrigens, während ich darauf warte, dass mein Eis angetaut ist. Story of my life!

Klartext

yudodisIch dachte bislang immer, ich kenne mich ganz gut im Internet aus. Seitdem ich 14 oder 15 bin, lebe ich an den Computer gefesselt. Ich habe mit konventionellen Chats begonnen, war bei StudiVZ und wer-kennt-wen (oh Gott), hatte AIM, ICQ, Skype. Schriftliche Kommunikation ziehe ich immer vor – es sei denn, ich laufe gerade von der Arbeit nachhause. Meine Tippgeschwindigkeit sucht ihresgleichen und auch Emoticons sind mir nicht fremd.

Womit ich aber gar nicht klarkomme, ist diese seltsame Chatsprache. Akronyme, die ich nicht verstehe und bei denen ich nicht mal weiß, ob sie ein deutsches oder ein Englisches Wort abkürzen. Klar, so Standardkram aus den frühen Nuller-Jahren ist mir auch bekannt – aber „lol“ oder „rofl“ habe ich mir mit circa 16 spätestens abgewöhnt und mal unter uns – Menschen, die diese Akronyme benutzen, kann ich keinen Respekt entgegenbringen. Getoppt wird diese Unart ja nur noch von jenen Personen, die „lol“ unsinnigerweise in die Länge ziehen, um ihr Gelächter onomatopoetisch (ja, ich habe die Schreibweise nachschlagen müssen) zu unterstreichen und von den ganz Bekloppten, die „lol“ allen Ernstes in ihre Alltagssprache übernommen haben. Hört auf damit!

Aber kann mir mal jemand erklären, ob „kp“ nun für „kein Problem“ oder für „kein Plan“ oder gar für beide steht? Muss die Bedeutung etwa je nach Kontext interpretiert werden? „Kb“ steht offenbar auch gar nicht für „Kilobyte“, sondern für „Kein Bock“, habe ich neulich gelernt. Ihr wisst gar nicht, wieviel Zeit ich damit verbringe, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, wofür sinnlos aneinandergereihte Buchstaben stehen könnten, aber vielleicht hält diese Rätselei ja mein langsam verkalkendes Hirn fit.

Ach, wären es nur diese Akronyme, die ich nicht verstehe! Aber vor allem junge Menschen und Nerds benutzen auch Emoticons, die ich nicht deuten kann. Zu meiner Zeit gab es diese hier: ;-), :-), :-(, wahlweise auch ohne Nasen-Bindestrich. Die verstehe ich, das ist eindeutige Kommunikation für mich. Messenger-Programme bieten eine Vielzahl von Emoticons, man denke an den essentiellen Kackhaufen oder die Edvard-Munch-Reminiszenz, ohne die ich keinen Tag überleben würde. Jede(r) kennt das, die meisten nutzen das, wunderbar, mehr braucht man nicht. Aber dann kommen Leute und schicken mir sowas ^^ oder -,- oder ganz andere Konstruktionen, die ich nicht einmal wiedergeben kann. WAS SOLL DAS BEDEUTEN ZUR HÖLLE? Bin ich echt zu alt, um diesen Scheiß zu verstehen? Kann denn niemand Rücksicht nehmen auf eine hilflose Frau, die vor lauter Punkten und Strichen die intendierte Aussage nicht erkennt?

TL;DR: Smileys und Akronyme sind neumodischer Kram und doof. So.

Katzenjammer (oder auch: Achtung, ein Werbeblock!)

Das Cover von Kater Demos.

Das Cover von Kater Demos.

Verehrte LeserInnenschaft, an dieser Stelle möchte ich mir die Freiheit nehmen, mal nicht zu hassen. Das machen dieser Tage ja auch genügend andere besorgte BürgerInnen Neonazis VollidiotInnen Menschen. Mit diesem Posting widerspreche ich mir selbst, denn ich verachte eigentlich jegliche Werbung auf Blogs und ich hasse Katzen, um die es im Folgenden jedoch gehen wird. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht manchmal schizophrene Dinge tun würde.

Zwei meiner liebsten FreundInnen, Alex und Elli, haben gemeinsam mit einem großen und fantastischen Team junger motivierter JournalistInnen ein Magazin gegründet. Für den Print-Markt! Ein wahnsinniges Vorhaben, möchte man meinen. Aber unterstützenswert, wie ich finde! Es geht um Politik, um Utopien und um Katzen und der Name dieses Babys lautet Kater Demos. Alex hat mir zwar schon mehrfach erklärt, woher der Name kommt, aber ich habe es wieder vergessen. Wer sich dafür interessiert, darf gerne in Kontakt mit der Chefredaktion treten, die beißen nicht, kratzen höchstens und sind ansonsten ganz tolle Menschen. Das Magazin ist monothematisch konzipiert und beschäftigt sich in jeder Ausgabe, von denen es zehn pro Jahr geben soll, mit einem anderen politischen Überthema. Die erste Ausgabe behandelt das Thema Demokratie und erste Blicke ins Heft wirken schon vielversprechend (ICH WILL DAS JETZT ENDLICH LESEN).

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ausgabe_01_slideshow_04 Ein erster Blick ins Heft.

Wieso ich nun über den Kater schreibe? Die erste Ausgabe des Heftes steht in den Startlöchern und dazu benötigt die Redaktion eure und unsere Hilfe. Der Druck eines Print-Magazins, welches derzeit noch gänzlich mittels ehrenamtlicher Arbeit und Luft und Liebe produziert wird, kostet eine Menge Geld. Deshalb haben die Damen und Herren eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen, um den Druck der ersten Ausgaben finanzieren zu können und um die potentielle LeserInnenschaft nicht nur mit Versprechen, sondern gleich mit Inhalten überzeugen zu können. Denn nach der ersten Ausgabe ist vor dem zweiten Heft – und dafür will der Kater uns schließlich begeistern.

Schon mit zehn Euro kann man Kater Demos unterstützen und kriegt als Dankeschön, so denn die Funding-Schwelle erreicht wird, die erste Ausgabe nachhause geliefert. Hier der Link zum Crowdfunding: Kater Demos bei startnext.

Wer also Katzen mag (und das tun schließlich die meisten Menschen in diesem Internet) und sich für einen kritischen Blick auf politische Vorgänge aus jungen und vielleicht auch unkonventionellen Federn interessiert, der sollte Kater Demos eine Chance geben. Es wird Zeit für frischen Wind (und frische Katzen) auf dem Print-Markt!

Wer dann das Heft so richtig lieb gewonnen hat, der kann den Kater sogar abonnieren. Weitere Informationen zu Kater Demos, seinen sympathischen MacherInnen sowie dem Abonnement gibt es auf katerdemos.de. Auch die Facebook-Redaktion des Hefts ist aktiv, folgt dem Kater!