Ich koche nicht (und mache auch keine Fotos davon!)

Quelle: sodahead.com

Quelle: sodahead.com

In Zeiten von Foodporn, Kochshows, Rezepte-Blogs, Vegan-Challenges und all der Fetischisierung von guter Ernährung mag dieses Geständnis obszön sein, aber: Ich hasse Kochen (esse aber äußerst gern). Das mag daran liegen, dass es für eine Person besonders wenig Spaß macht, Nahrung zuzubereiten – man macht meistens zu viel und muss dann tagelang den gleichen Kram essen. Oder auch daran, dass ich unbegabt und unkreativ bin, keine Ideen für Rezepte habe. Oder ich bin schlicht zu faul.

Während andere Menschen ihre kulinarischen Köstlichkeiten zubereiten und nicht nur das Endergebnis sondern auch den Entstehungsprozess sorgfältigst mit Fotos für die Nachwelt dokumentieren (sonst hat’s nicht geschmeckt!), mache ich mir immer die selben Sachen, die möglichst wenig Aufwand bedeuten und trotzdem halbwegs schmecken. Wenn ich irgendwas gerne mag, esse ich es so oft, dass es mir bald zum Hals raushängt. Dafür kann ich das dann irgendwann sogar ganz gut. It’s something! Dass ich mir selbst vor Jahren mal ein Verbot für Fertiggerichte auferlegt habe und dies auch weitgehend einhalte (TK-Pizza ist ok!) und dass die Mensa meiner Arbeitsstelle eher so mittel ist, macht die Sache nicht gerade leichter.

Kochbücher oder Rezeptseiten im Internet überfordern mich, denn immer beinhalten sie irgendeine Zutat, die man nur für dieses eine Rezept anschaffen müsste und die natürlich sauteuer ist. Außerdem müsste man dafür wissen, was man kochen möchte, bevor man im Supermarkt steht. Außerdem wurde mir unterstellt, nicht richtig Gemüse zerschneiden zu können, das hat jedoch nicht angespornt, es zu lernen. Im Gegenteil: Ich drücke mich lieber oder mache weiterhin sehr unorthodoxe Zucchini-Würfel! FUCK DA POLICE und so!  Muss nicht gut aussehen, es muss nur satt machen. Und vielleicht schmecken. Ich will ja keine Fotos machen, sondern den Kram essen. Das mag heutzutage vielleicht ein sehr unpopuläres Vorgehen sein, aber ich lebe gerne wild und gefährlich. Außerdem ist mein fehlendes Talent Ausdruck meines Kampfes gegen das Patriarchat – bloß keine Hausfrauen-Skills aneignen (no offense)!

Im Übrigen ist hungrig einkaufen gehen eine ganz miese Idee, ich weiß, wovon ich spreche. Man tendiert dazu, ungesunden Kram mit hoher Kalorienzahl zu kaufen, der nur allzu verlockend scheint wenn der Magen knurrt. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich Kochen verabscheue: Habe ich Hunger, möchte ich sofort was essen. Habe ich aber Hunger und koche was, also so richtig mit mehreren Herdplatten und so, bin ich satt, bevor das Essen fertig ist. Ein Teufelskreis! Ich möchte reich werden und jemanden haben, der mich bekocht. Oder wieder zuhause einziehen, zumindest fürs Abendessen! So viel zum Thema Emanzipation…

Achja:

Von 9gag

Von 9gag. Tanja, I love you anyway!

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2 Gedanken zu “Ich koche nicht (und mache auch keine Fotos davon!)

  1. Ich würde ja jetzt das TipTopf als unüberforderndes Basic-Kochbuch empfehlen, aber das wird in der Schweiz im Hauswirtschaftsunterricht benutzt, also vielleicht besser nicht. 😉 Interessanter Fakt zu Fertiggerichten übrigens, den ich irgendwo mal gelesen habe: Frauen tendieren dazu, Fertigessen noch irgendwie rauszuputzen oder abzuwandeln, um es sich dennoch als selbst gekochte Mahlzeit „aneignen“ zu können. Weird.

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  2. Pingback: Ich, das Mängelwesen | 50 Shades of Hate

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