Ich kenne nichts, das so blöd ist wie Du!

naidoo

Quelle: YouTube-Video Screenshot

Xavier Naidoo macht es uns einfach, ihn zu hassen. Dafür reicht ja eigentlich schon sein nur schwer zu ertragender Gesang, der an ein an unendlichen Schmerzen verendendes Tier erinnert, dem man nur zu gerne den Gnadenschuss geben würde, besäße man eine Waffe. Das allein qualifiziert Herrn Naidoo allerdings noch nicht, von mir mit einem eigenen Text bedacht zu werden, denn es gibt ja zahlreiche andere Bands und MusikantInnen, die wirklich ätzende Musik machen, man denke nur an U2, Unheilig (juhu, die hören auf!) oder Coldplay. Und Tokio Hotel sind wieder da – das hat sicher in zahlreichen Musikredaktionen zur Einführung von Kotztüten geführt. Aber nein, das reicht nicht!

Es reicht auch noch nicht, mir mit übertrieben christlichem Gehabe auf den Sack zu gehen. Jaja, dieser Weg wird kein leichter sein und so (die wirklich biblisch angehauchten Textzeilen sind mir gerade entfallen) – schlimm genug, dass Naidoo mit diesem Song die deutsche Nationalmannschaft um den Titel gebracht hat 2006 (es kann nur daran gelegen haben!). Nein, Naidoos Alleinstellungsmerkmal ist seine offensichtlich ausgeprägte Denklimitierung, eigentlich müsste man ihn bemitleiden.

Immer wieder habe ich am Rande mitbekommen, dass Naidoo anzweifelt, dass die Bundesrepublik Deutschland jemals von den Besatzungsmächten nach dem 2. Weltkrieg verlassen wurde und die Verfassung demnach nicht gültig sei. Blabla, als Spinnerei abgetan. Nun lese ich bei laut.de, dass sich Naidoo nun vor den Karren sogenannter Reichsbürger (sic!) hat spannen lassen, die gemeinsam mit anderen liebreizenden VerschwörungstheoretikerInnen und Menschen, die wohl wirklich nur nach Frieden streben, eine Demo nach der anderen organisieren, um für den Frieden in Europa einzustehen (und antisemitische Hetze, Zweifel an der „Systempresse“ und krude Theorien zu verbreiten, naja).

In einem von laut.de geteilten Video äußert Naidoo zunächst seine Zweifel am wahren Hergang von 9/11 und palavert von der „amerikanischen Besatzung“, die er sein Leben lang verspürt habe. Sowas liest man ja leider immer häufiger – als Aussage einer prominenten Figur ist das dann schon ziemlich brisant. Dabei klingt er teilweise regelrecht verwirrt, proklamiert immer wieder seine Liebe, die er in die Welt tragen möchte – und wiederholt, dass er keine Ahnung habe und ihm egal sei, vor wem er da stehe. Ich halt das für Toleranz an einer ganz falschen, ganz gefährlichen Stelle, denn er macht da gemeinsame Sache mit Menschen, die eine äußerst zweifelhafte Agenda haben. Aber ist ja egal, Liebe und so – damit entzieht man sich ganz leicht jeglicher Kritik – außerdem erinnert er mich damit an dieses Alien aus einer Simpsons X-Files Folge. Oder an eine furchterregende Aufziehpuppe, die nur einen Satz sprechen kann.

Aber nächste Woche sitzt er dann wieder im Fernsehen und kuschelt mit den KollegInnen aus der Popmusik, wird hofiert und gefeiert und schnell ist vergessen, dass dieser Liebling der Massen am Wochenende noch (w)irre Thesen in die Menge geschleudert hat, gleich nach einem Redner aus dem rechtsextremen Spektrum, aber unter dem Deckmantel der Liebe, denn die legitimiert alles und macht einen so schön unangreifbar. Wäre er doch besser bei der Verkündung der frohen Botschaft geblieben – damit hätte er sich zumindest nicht der Demagogie verdächtig gemacht…

„Ich hasse niemanden“, sagt Naidoo am Ende. Kann ich so nicht zurückgeben. Wer gefährliches Halb- und vor allem Nichtwissen nach außen trägt und für ein vermeintlich hehres Ziel mit RechtsextremistInnen paktiert, der hat keine Liebe verdient, nicht mal Gleichgültigkeit.

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3 Gedanken zu “Ich kenne nichts, das so blöd ist wie Du!

  1. Pingback: Xavier von Naidoo und die Reichsbürger vom Reichstag - Sonnenstaatland SSL

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