Ein teurer Spaß

Quelle: rp-online.de

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Auch wenn das Wetter es nicht immer glauben lassen mag: Es ist Sommer, was gleichbedeutend ist mit: Es ist Open-Air Saison. Nur dass ich in diesem Jahr noch auf keinem war und ein Festival im besten Bundesland der Welt an diesem Wochenende mein einziges bleiben wird.

Das liegt zum einen daran, dass ich so richtige Großveranstaltungen meide wie der Teufel das Weihwasser – betrunkene (Spät)Pubertierende, die Helga schreien und aufgrund ihres Alkoholpegels den Headliner verpassen, brauche ich nicht. Genauso unsexy ist es, eben jenen Headliner nur auf Leinwänden sehen und die Musik lediglich erahnen zu können. Und dafür unfassbar viel Geld bezahlen? Nö.

Dabei mag ich Konzerte und bin früher wesentlich öfter zu welchen gegangen. Damals, als ich noch wirklich jung war und es die D-Mark noch gab. Als Konzerte der gleichen Band in Mark weniger kosteten als heute in Euro. Sowieso: Die steigenden Ticketpreise heutzutage sind doch zum Kotzen! Mit jeder Tour meiner Lieblingsbands kostet es mehr. Indie-Jünglinge, die vor nicht allzu langer Zeit noch (unbezahlte?) Vorband waren und danach in einem hundert Leute fassenden Mini-Club für ein paar Taler spielten, füllen also jetzt die Westfallenhalle – und nehmen mal schön mehr als 30 Euro Eintritt. Sechzisch Mark! Meine große Heldin, Lady Gaga, ruft für halbwegs akzeptable Plätze 90 Euro auf. Ob es nun an den Mondpreisen oder der gewöhnungsbedürftigen Musik der Dame liegt, dass die Tickets nicht ansatzweise ausverkauft sind, mögen andere entscheiden. Ich habe mich immer noch nicht entscheiden können, ob ich zum Konzert gehe, denn mein Portemonnaie schreit laut „TU’S NICHT!“

Dabei sind 90 Euro ja fast noch günstig. In Berlin sollte jüngst Prince spielen. Doch leider wollten nicht allzu viele Menschen spontan (der Vorverkauf begann eine Woche vorher) 330 dafür ausgeben. Was sind das auch für arme Kreaturen, die nicht binnen einer Woche mehrere hundert Euro für ein Konzertticket locker machen können? Lächerlich! Jedenfalls war das Konzert wider Erwarten nicht sofort ausverkauft und auch Versuche, die Karten „billiger“ zu verjubeln fruchteten nicht und sorgten nur für mehr Ärger bei jenen, die bereits die teuren Tickets gekauft hatten. Das Ende vom Lied: Konzert abgesagt. Super Strategie des Veranstalters.

Aber ich rege mich ja nicht nur über Konzertpreise auf, sondern auch über die immer früher stattfindenden Vorverkäufe (das Prince-Konzert stellte wohl das krasse Gegenteil dazu da). Beinahe Jahre im Voraus werden Touren angekündigt und ich weiß nicht mal, ob ich zum geplanten Termin in der Nähe überhaupt noch an diesem Ort wohnen werde. Gleichzeitig wird so ein Hype gefahren, dass man doch irgendwie Schiss hat, am Ende ohne Ticket dazustehen, weshalb man sich früh morgens zur eigentlichen Arbeitszeit bemüht, über einen Ticketshop mit der denkbar geringsten Serverkapazität Karten zu bekommen. Und nichts geht. Stundenlang, bis alle Stehplätze (vermeintlich) ausverkauft sind und man dann notgedrungen Sitzplätze nimmt. Um dann Wochen später zu lesen, dass es wieder Stehplätze gibt. Hass!

Und wie ich diese ätzenden Reseller hasse, die ja scheinbar die großen Kontingente erst einmal aufkaufen, um sie dann noch teurer als eh weiterzuverscherbeln. Dagegen gibt es zwar inzwischen Bemühungen, aber dennoch wünsche ich allen, die sich am Wiederverkauf eines Tickets bereichern wollen, einen unangenehm juckenden Ausschlag am Geschlecht.

 

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