Lieber ein Geschwür am After…

Exif_JPEG_PICTUREDie WM geht bald zu Ende und zwischen all diese Ekstase verursachenden Spitzenspiele gesellen sich immer mehr fußballfreie Abende. Man muss auch mal verschnaufen können! Gestern zeigte zdfneo zu unverschämt später Stunde zunächst die Doku „Der Rassist in uns“, in welcher TeilnehmerInnen eines Workshops die Effekte von Diskriminierung erlebten. Danach kam „Die Arier“ von und mit Mo Asumang. Darin besucht sie Neonazis, rechte Esoterik-Gläubige, die von Flugscheiben und Ariern als extraterrestrischer Rasse palaverten, Ku-Klux-Klan-Mitglieder sowie Burschenschaftler, um sie zu befragen. Nach der Herkunft der „arischen Rasse“, ihren Beweggründen zum Rassen- und AusländerInnenhass.

Es zeigt sich, dass die auf Demos befragten Neonazis nicht viel zu sagen haben – gesetz dem Fall, sie sprechen überhaupt mit Mo Asumang, die Deutsche mit ghanaischen Wurzeln ist. Und was sie sagen, ist entweder so absurd, dass ich nur meine Hochachtung vor Frau Asumang aussprechen kann, dass sie bei den Dreharbeiten nicht in hysterisches Lachen verfallen ist. Oder es ist dermaßen irrsinnig, dass sich die Aussagen mit Leichtigkeit dekonstruieren lassen. Nicht nur die der klischeehaft hohlbrotigen Glatzköpfe, sondern auch das Gesabbel in Uniform und Schärpe gehüllter Burchis, die Mo Asumang bei einem Fackelmarsch aufsucht. Menschen also, die es irgendwie zur Hochschulreife gebracht haben, an Universitäten studieren dürfen und – ach – dennoch derart rückständig sind, dass ich spontan erbrechen möchte. Gut, Burschis sind mir nichts Neues, in Wien saßen sie – von der Mensur regelrecht zerschnitten – in meinen Vorlesungen und warteten darauf, der feministischen Dozentin einen Strick drehen zu können.

Was mich jedoch schockierte, war die Aussage eines Experten, der die Motivation rechter Burschis darin verortete, dass man innerhalb des elitären Kreises gemeinsam hassen könne – ob AusländerInnen, Angehörige anderer „Rassen“ oder Frauen, die allesamt ausgeschlossen sind. Letztere sind allenfalls zur Fortpflanzung und damit verbundener Vernüglichkeiten akzeptiert. Kurz gesagt: Burschenschafter sind ein verachtenswerter Haufen Männer, die nie zu den Coolen gehören durften, mutmaßlich ungebumst sind und nun in der Korporation Gleichgesinnte gefunden haben.

Dieser gemeinsame Hass ließ mich Aufhorchen. Auch ich hasse gerne, zwar im Grunde eher die Burschis als deren ausgemachte Feindbilder – aber ich hasse vieles und mit ausgeprägter Leidenschaft. Jedoch trage ich weder Uniform noch trage ich Fackeln zur Wartburg. Und dennoch widert es mich an, mit diesen rückständigen Kackbratzen dieses mir so liebe Hobby zu teilen.

Nun, was kann ich tun? Aufhören zu hassen, um mich zu distanzieren? Mitnichten. Burschenschafter haben so viel Gegenhass verdient wie nur möglich. Neonazis, White Aryan Terrorists und wie sie sich alle nennen mögen, übrigens auch! Period!

Die genannten Dokus sollte man sich übrigens anschauen, lohnt sich.

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Ein Gedanke zu “Lieber ein Geschwür am After…

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