Auf Nimmerwiedersehen!

Quelle: kesselfieber.de

Quelle: kesselfieber.de

Ich wusste es doch, mein Fleisch ist schwach: Die WM hat mich voll und ganz eingenommen, was unter anderem auch ein Grund dafür ist, dass hier ein wenig Ruhe eingekehrt ist. Dieser Umstand bedeutet selbstverständlich nicht, dass ich nun positiv gestimmt durchs Leben gehe, mitnichten!

Den Samstag verbrachte ich in einer westdeutschen Großstadt (meiner Meinung nach eine der hässlichsten Städte überhaupt, aber das darf ich nicht zu laut sagen) und ich war geschockt ob der zahlreichen Männer- und Frauengruppen, die ob der anstehenden Versklavung Vermählung einer der Ihren die Innenstadt verstopften. Dies nennt man dann JunggesellInnenabschied, quasi das letzte Mal Spaß haben, bevor der Ernst des Lebens anfängt (wobei ich mir ja die Frage stelle, was daran spaßig sein soll, mit Bauchladen behängt und dämlich verkleidet Mitmenschen zu belästigen…). Insbesondere Personen mit eher provinzieller Herkunft scheinen dafür in die nächste Großstadt zu fahren, um dort ihr Unwesen zu treiben. Diese Landflucht hat sicher auch damit zu tun, dass man sich ungern vor Bekannten oder Verwandten zum Obst machen möchte, was ich nur zu gut verstehen kann.

Nun trollten sich also am Samstag zahllose „JGAs“ durch die Stadt, entweder mit kleinen albernen Hütchen, verkleidet als Bienen oder als Matrosinnen. Die Männerpartien zeigten ihre Zusammengehörigkeit gerne durch T-Shirts mit besonders „lustigen“ Sprüchen, die mich unangenehm an jene Zeit erinnerten, als ich noch mit Stolz mein Abitur-Shirt getragen habe (also ungefähr die drei Monate nach dem Abi). Diese Menschen tranken Liköre aus kleinen Fläschchen und wollten irgendwelche Nutzlosigkeiten an PassantInnen verkaufen. Wie überaus abstoßend! Kommt man sich nicht bescheuert vor als angehende Braut, wenn man auf zehn andere Bräute trifft, die genau den selben dummen Mist über sich ergehen lassen müssen, der von den Freundinnen gackernd fotografisch dokumentiert wird? Finden die das wirklich witzig oder gar originell? Muss man echt rumproleten vor der Eheschließung, bevor man sich dann endgültig der Spießigkeit hingeben kann (und ist so ein „JGA“ nicht schon spießig ohne Ende?). Kann oder darf man verheiratet nicht mehr auf die Kacke hauen? Fragen über Fragen.

Ich kenne erstaunlicherweise nur Menschen (hier insbesondere Frauen), die JunggesellInnenabschiede eigentlich total ätzend finden. Nun fragt man sich, wieso dennoch so viele diesem „Brauch“ frönen. Ist das so eine Art notwendiges Übel, welches man in Kauf nimmt für die Traumhochzeit (ächz…)? Macht man damit den Freundinnen eine Freude? Ich verstehe es einfach nicht! Ich verstehe aber auch nicht, wieso Menschen so heiraten wie die meisten Menschen hierzulande nun mal heiraten…

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