Olé – ihr geht mir tierisch auf den Sack – olé olé!

Quelle: raidrush.ws

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Fußball finde ich ja toll – Fußballfans hingegen nicht so sehr. Das scheint irgendwie paradox und es klingt auch nach Selbsthass. Außerdem ziehe ich mir mit dieser Aussage vermutlich die Kritik vieler Menschen auf mich, aber damit kann ich leben. Nun, wieso mag ich (die meisten) Fußballfans nicht? Zunächst einmal muss ich wohl eine Begriffsdefinition vornehmen, den es gibt ja unterschiedliche Gattungen und jede ist auf ihre Art unangenehm.

Als Bayern-Anhängerin ist mir natürlich der Erfolgsfan wohlbekannt. Dieser Menschenschlag ist nur guter Laune, wenn das eigene Team führt und verlässt das Stadion frühzeitig, wenn a) ein Kantersieg bevorsteht oder b) die Niederlage nicht mehr abzuwenden scheint. Ist es vorbei mit dem Erfolg, ist auch der Erfolgsfan weg (was beim großen FC Bayern nun nicht so das Problem ist, aber ich gehe mal davon aus, dass andere Vereine dieses Phänomen schon beobachten durften).

Dann wäre da noch der bzw. die AuswärtsfahrerIn, als Teil der Fankultur sicher vielfach geliebt, von vielen KundInnen der Deutschen Bahn an zahlreichen Wochenenden im Jahr jedoch überaus gehasst. Man hört Auswärtsfahrende bereits von Weitem und erkennt sie an ihrem typischen viel zu tiefen Gegröhle. Man riecht sie auch, denn ihre Bierfahne ist ihnen meist weit voraus. Und all jene Menschen, die Pfandflaschen sammeln, sind von dieser Fangattung mit Sicherheit höchst angetan, denn nicht selten werden ganze ausgetrunkene Kisten in der Regionalbahn zurückgelassen. Solche Fans sind eben auch große Menschenfreunde. Wenn deretwegen jedoch Züge Verspätung haben und die Fangesänge lauter sind als meine Kopfhörerbeschallung, dann ist es bei mir schnell aus mit der Sympathie. Ich bin der Trunksucht im Allgemeinen nich zugeneigt und bin immer ein bisschen angeekelt, wenn mir um 11 Uhr morgens schon Bierdünste entgegenschlagen. Nee, geht gar nicht. Ich werde auch ungern irgendwie angeprollt oder bepöbelt und leider hat Fußball bzw. „Fankultur“ immer noch viel zu oft mit Gewalt, Rassismus und Homophobie zu tun.So ein bisschen Rivalität finde ich ja ganz nett, aber sich vermöbeln? Oder Rasierklingen hinter Stickern verstecken? Die gegnerischen Spieler mit Affenlauten begrüßen und Bananen aufs Spielfeld werfen? Geht’s noch? Ist doch nur Fußball! Aufgrund vieler solcher Asis ziehe ich es vor, trotz Erstliga-Verein vor der Haustür (hahaha) doch lieber zuhause vorm TV zu schauen.

Seit gestern weiß ich nun auch aus erster Hand, was ein Eventfan ist. Nachdem mir die Menschenmassen in ihren schwarz-got-goldenen Blumenketten, ihren komischen Perücken und mit ihren hässlichen Fähnchen zur WM/EM schon ziemlich auf die Nüsse gehen und ich die Aussage „Ich mag Fußball nur zur WM“ irritierend finde, war mein erstes Länderspiel live im Stadion am gestrigen Tage. Wären die grandiosen Kameruner Fans nicht gewesen, hätte die meiste Zeit eine beängstigende Stille geherrscht, die nur von kläglichen Laola-Wellen-Versuchen (Zitat Malkolm: „Ich hasse Laola-Wellen!“) unterbrochen wurde. Als das Spiel nicht den gewünschten Sieg brachte, verließen viele Menschen frühzeitig das Stadion und Applaus gab es im Nachhinein auch kaum – dafür aber drei (!) Flitzer. Leider alle bekleidet. Zu schade.

Dann gibt es noch vor allem im Internet die Cheftrainer (und -Innen, sind aber doch meistens Typen). Die wissen alles besser – egal ob es um die Aufstellung, die Taktik oder Schiedsrichterentscheidungen geht. Sie wissen ganz genau, welche ungeahndeten Fouls „klar rot“ gewesen wären (natürlich immer die der gegnerischen Mannschaft) und wie das Spiel eigentlich hätte ausgehen müssen, hätte Ribéry/Lewandowski/wer auch immer in Minute 38 die verdiente rote Karte erhalten. Da ist so ein Spiel schon lange abgepfiffen und vom Großteil der Bevölkerung vergessen, da streiten im Internet immer noch ein paar Unverbesserliche über das hätte/wäre/wenn. Und ich lese es natürlich.

Zu guter Letzt wären dann noch die Sexisten, die in allen vorbenannten Fangruppen vorzufinden sind und sich in ihrer Männlichkeit beleidigt fühlen, wenn eine Frau (mehr) Ahnung von Fußball hat als sie. All jenen, die so fühlen, möchte ich ein fröhliches „Fickt euch selbst“ zurufen und mich weiter meinem Hobby widmen!

 

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