Für die Füße!

Quelle: derwesten.de

Quelle: derwesten.de

Manchmal, aber wirklich nur manchmal, kommt es insbesondere im Sommer vor, dass ich mich dem Diktat der Modeindustrie unterwerfe. Dann trage ich ein Kleidchen oder Dekolleté (oder beides) und lackiere mir leidlichst die Fußnägel, um mithilfe bunter Farben das Elend, das sich meine Fußnägel schimpft, zu vertuschen. So auch diesmal: Ich hatte die Idee, unbedingt „Sandalen“ besitzen zu müssen, was angesichts meiner Füße, die außerhelb der Normgröße für Damen liegen, wie zwischen 38 und 39 zu rangieren scheint, ohnehin wahnwitzig genug war.

Nun begab es sich, dass ich tatsächlich ein Paar „feminine“ Schühchen fand, die mit meiner durchaus als bunt zu bezeichnenden Fußfarbe harmonierten. Sie stehen mir wirklich ausgezeichnet gut, soviel darf gesagt sein. Aber: Selbst in Schuhen mit so gut wie gar keiner Reibefläche laufe ich mir Blasen. Grundsätzlich und immer, auch in Flip Flops. Und es sollte diesmal nicht anders sein. Ich habe unfassbar große und schmerzhafte Blasen UNTER den Füßen, sodass nicht einmal Barfußlaufen Linderung verschafft. Im Gespräch mit der geschätzten Alex H., die heute blutende Zehen in Kauf genommen hat, um gut beschuht auszusehen, stellten wir uns also alsbald die Frage: Wieso zur Hölle müssen Damenschuhe allermeistens so unfassbar unbequem sein? Und wieso quetschen sich Frauen trotzdem in Schuhmodelle, die ihnen verkürzte Achillessehnen, Überbeine und andere leckere Deformationen an den Füßen bescheren?

Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, wie es Menschen möglich ist, in hohen Absätzen herumzulaufen. Ich kann gerade so in Keilabsätzen laufen, nach einiger Zeit tun mir die Fußballen aber dermaßen höllisch weh, als wäre ich über glühende Kohlen gelaufen. Alles, was schmal und wirklich hoch ist, finde ich erstens ziemlich unschön und zweitens kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, darin auch nur ein paar Meter zu laufen. Wieso sollte man das auch wollen? Mit meinen nicht der Norm entsprechenden Füßen ist es ohnehin ein Graus, explizit als Damenschuhe ausgezeichnete Schuhe zu finden. Ich habe nämlich wirklich unfassbar breite Quadratlatschen mit einem hohen Rist, die in kaum ein elegantes Geschnür hineinpassen wollen oder aber über die schmalen Sohlen drüberquaddeln, denn scheinbar haben Frauen qua Natur schmale Füßlein – oder sind gewillt, sich in zu schmale, zu enge oder sonstwie der Anatomie entgegenwirkende Schuhe hineinzuquetschen. Ich möchte das nicht!

Ist es denn nicht möglich, schöne und gleichzeitig bequeme Schuhe zu produzieren, die nicht dafür sorgen, dass ich nach einem eintägigen Einlaufversuch ernsthaft darüber nachdenke, mir die Füße amputieren zu lassen? Selbst Damen-Sneaker sind derart schmal, dass mir schon beim Ansehen Hühneraugen wachsen. Ich habe prinzipiell zwar keine Probleme, meine „Stoffschuhe“ (wie mein Erzeuger sie nennt) in der Herren-Abteilung zu erstehen – Unisex-Schuhe sind ein total okayes Prinzip für mich – aber manchmal möchte ich eben auch pinke Schuhe. Oder welche mit Blümchen (naja, eigentlich möchte ich die nicht). Von daher appeliere ich an die Schuh-Industrie, die Vielfalt menschlicher Füße zu beachten. Was für ein Geld man damit machen könnte, für alle jene Ausgestoßenen zu produzieren, die nicht in die Normschuhe passen!

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2 Gedanken zu “Für die Füße!

  1. Wieso sollte das „Jammern auf hohem Niveau“ sein? Ist doch völlig egal, wie viel Jemand verdient und wie viel er dafür leisten muss. Wenn am vertraglich vereinbarten Termin die Kohle auf dem Konto fehlt und man derart unverschämt abgewatscht wird, hätt jeder berechtigterweise Panik… Unfassbar unverschämt sowas…

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