Neues von den Opfern der AfD!

Eigentlich müsste ich dieses Blogprojekt für beendet erklären – nach rund eineinhalb Monaten habe ich die im Titel genannten 50 Shades of Hate in 50 Beiträgen ausgewalzt und ich freue mich sehr über das zumeist positive Feedback, das ich dafür erhalten habe. Doch ich kann nicht loslassen, 50 Shades sind offenbar nicht genug, mir dürstet nach mehr und auch wenn ich in letzter Zeit nicht ganz so häufig rantete wie es noch zu Beginn der Fall war, so möchte ich mir Mühe geben, und es fürderhin besser machen.

Und dank der von mir bereits geschmähten AfD gibt es ja auch immer neuen Stoff für lautstarke Empörung. Heute erblickte ich in meinem Newsfeed folgendes Bild, welches von Jutta Ditfurth gepostet wurde. Hierbei handelt es sich um einen Screenshot des AfD-Politikers Bernd Jacks.

afd_stern

Nun – es ist so dämlich wie alarmierend. Die AfD, die wohl nicht zu unrecht wegen ihrer rechtspopulistischen Tendenzen von vielen Seiten geschmäht wird (sie geben aber auch alles dafür, sich selbst zu demontieren), fühlt sich also von den sogenannten Gutmenschen, die hier im Bild als „AntiFa-Faschisten“ und „grüne Kifferkindsoldaten“ bezeichnet werden, gegängelt. Laut Ditfurths Post behauptete AfD-Mensch Marco Trauten, die AfD befinde sich in einer ähnlichen Lage wie die Juden und Jüdinnen während der NS-Zeit. Solche Vergleiche scheinen im rechtsextremen Diskurs beliebt zu sein – man erinnere an Aussagen des österreichischen FPÖ-Bundesobmanns HC Strache, der im Zuge der Demonstrationen und Ausschreitungen gegen den alljährlich Ende Januar stattfindenden WKR/wie auch immer-Ball sich und seine Gesinnungsgenossen als „die neuen Juden“ bezeichnete und die Geschehnisse mit der Reichskristallnacht verglich.

Damit eröffnen Strache, Jacks und Konsorten nicht nur einen Opfer-Diskurs, der wohl meilenweit an der Realität vorbeigeht. Ihre Vergleiche verhöhnen all jene Menschen, die vom NS-Regime und seinen AnhängerInnen systematisch verfolgt, gedemütigt, deportiert und umgebracht wurden, weil sie nicht der herrschenden Ideologie entsprachen oder sich dieser widersetzten. Mir wäre bis dato nicht bekannt, dass irgendein Mensch der beiden genannten Parteien auch nur ansatzweise ähnliches erleiden musste und es ist widerlich, politische Gegenreden (wie diese) und die verdiente Schmähung durch die etablierten (aber meist auch ekligen) Parteien mit der systematischen Ausrottung ganzer Gesellschaftsgruppen zu vergleichen.

Angesichts der Geschichte, die sich Deutsche und ÖsterreicherInnen teilen und die leider viel zu viele endlich loswerden möchten, ist es umso bestürzender, dass Parteien mit derart menschenverachtender Rhetorik auf offene Ohren stoßen und (zu) viele Menschen in Entzückung versetzen. Irgendein wichtiger Mensch hat mal gesagt, dass dies eine Demokratie aushalten müsse. Das stimmt wohl. Eine Partei wie die AfD, die nur allzugerne große Töne schwingt, um Wählerstimmen zu ergeiern, sollte aber auch Kritik an ihrem Vorgehen, an ihrem Programm, an ihrem Personal aushalten können, wenn sie in der politischen Arena mitmischen möchte.

Denn was eine Demokratie bzw. was eine Gesellschaft nicht aushalten und nicht dulden muss, sind Versuche, Geschichte für einen albernen Opferdiskurs kurz vor einer Wahl umzudeuten. Das Vorgehen der AfD, zum Tragen von Judensternen aufzurufen, sollte jeden Menschen, der in Erwägung zog, dieser Partei tatsächlich seine/ihre Stimme zu geben, endlich aufwecken.

Außerdem wüsste ich gerne, was denn der Verfassungsschutz zur AfD sagt, denn dass es sich dabei um eine Partei mit demokratiefeindlichen und neonazistischen Tendenzen handelt, sollte eigentlich längst klar sein.

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Ein Gedanke zu “Neues von den Opfern der AfD!

  1. Pingback: Österreich und Ich | 50 Shades of Hate

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