Stuck in my head

Quelle: musiker-board.de

Quelle: musiker-board.de

Zugegeben, ich höre ganz gerne Musik, allerdings immer die gleiche Setlist und seit Jahren die gleichen KünstlerInnen.   Man sieht mich in der freien Wildbahn nur sehr selten ohne Kopfhörer, was zum einen den Grund hat, das ich wirklich gerne Musik höre, zum anderen aber auch Mittel und Zweck ist, um die Gespräche meiner Mitmenschen akustisch auszublenden (es reicht, wenn ich sie sehen muss). Mein Musikgeschmack hat sich seit meiner Adoleszenz nur geringfügig verändert, bestenfalls um ein paar neue Bands (und Lady Gaga!) erweitert. Ich besitze kein Radio, auch kein Auto mit einem solchen darin und dass das Musikfernsehen tot ist, muss ich eigentlich nicht extra erwähnen. Außerdem ist es mir meist zu mühsam, mich in neue Musik reinzuhören.

Und dennoch plagen sie mich, die ungeliebten Ohrwürmer, die – einmal im Gehörgang festgesetzt – sich wieder und wieder im Gehirn abspulen. Zumeist sind es ja die banalsten Textzeilen und Melodien, die man nicht wieder los wird und oft sind es Songs, die man eigentlich total scheiße findet.

So auch heute. Als ich gerade versuchte, meine Augen für ein kurzes Powernap zu verschließen, ereilte mich mal wieder mein Ohrwurm aus den Untiefen der Schlagerhölle (und der Feder von Dieter Bohlen…), der mich seit einigen Tagen begleitet: Mein Herz brennt von Beatrice Egli – ihres Zeichens die letzte (und überhaupt erst zweite weibliche) DSDS-Siegerin, der das warm-schwülstige Lächeln, welches in der Branche scheinbar ein must-have ist, ins Gesicht gemeißelt wurde. Ich muss nicht extra erwähnen, dass diese innere Dauerberieselung mich keinen Schlaf finden ließ, oder?

Man möchte sich nun fragen:

Woher kennt Lena eigentlich diesen Song?

Darüber möchte die Autorin sich lieber ausschweigen. Fakt ist: Der Refrain sitzt irgendwo in meinen Hirnwindungen und möchte dort nicht raus – wenn ich ihn mal kurz loswerde, dann wird er lediglich durch den fast genauso klingenden Karnevals- und Musikantenstadl-Unfall Hit Atemlos von Helene Fischer (liegt es eigentlich am Vornamen, dass die mich immer so quälen) ersetzt. Was ist nur los mit mir? Ich hasse Schlager (wer würde als U40-Person auch zugeben, diese zu mögen?), da könnte ich noch so viel trinken – das geht absolut gar nicht. Und irgendwie waren die doch mal in das Abendprogramm der Öffentlich-Rechtlichen sowie in irgendwelche Dritten Radiosender verbannt. Und das mit Recht! Wieso zur Hölle musste dieses Genre wieder auferstehen (nachdem das durch Guildo Horn verursachte 1970er-Schlager-Revival ja Gott sei Dank recht zügig wieder abgeklungen war)? Klar, heute ist es hip, Musik (so wie alles andere) ironisch zu konsumieren, aber irgendwo hört’s doch auf.

Ich möchte nicht, dass Beatrice, Helene oder wie sie alle heißen in meinem Kopf trällern. Geht weg da. Die ersten Gegenmaßnahmen sind ergriffen. Neben dieser therapeutischen Schreibmaßnahme habe ich meine smartes Telefon darum gebeten, die mir liebe Musik in Dauerschleife abzuspielen. Wenn nämlich der Spuk in meinem Hirn bis heute Abend nicht aufhört, sehe ich mich gezwungen, an Universal einen bitterbösen Brief zu schreiben…

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2 Gedanken zu “Stuck in my head

  1. Mein Dauerohrwurm seit 25 Jahren ist „We are the world“. Keine Ahnung, wann und wie und wo sich das mal eingebrannt hat, aber es ist da! Immer und immer und immer wieder!! 😮

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  2. Pingback: Von Möpsen, Make Up und schiefen Schwänzen | 50 Shades of Hate

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