Seid doch mal nett zueinander!

Quelle: shitstorm-manufaktur.de

Quelle: shitstorm-manufaktur.de

Dieser Artikel muss seltsam anmuten angesichts des Konzeptes, welches ich mit diesem Blog verfolge. Heute möchte ich nämlich Menschen haten, die Menschen haten. Klingt komisch, is‘ aber so.

Facebook ist – und es ist mir fast unangenehm das zuzugeben – ein von mir nahezu exzessiv genutztes Medium. Ich chatte, ich poste und ich stalke die Profile anderer Menschen – was man eben so tut in einem sozialen Netzwerk. Die Seite ist schon super, um Kontakt zu halten, Inhalte zu teilen, Neuigkeiten zu erfahren. Doch Facebook ist auch ein Ort, an dem regelmäßig Shitstorms wüten – und das finde nicht mal ich besonders schön.

Zur Imagepflege einer jeden „Indie“-Band gehört es ja inzwischen, sich irgendwie kritisch zu Frei.Wild zu äußern, um damit die eigene antifaschistische Haltung zu perfomieren. So ein Frei.Wild-Diss scheint da inzwischen auszureichen. Das „Schöne“ daran ist, dass die Frei.Wild-Fans so dumm sind, wie man es von ihnen erwartet und auf jede kritische Äußerung reflexhaft die jeweilige Band mit ihrem Hass überziehen. Denn bekanntlich engagieren sich Frei.Wild ja gegen Rechts und der Sänger habe doch nur eine dumme Jugendsünde begangen, außerdem solle man sich doch erstmal über Frei.Wild informieren, dazwischen ein paar dumpfe Textzitate der Südtiroler und noch mehr blabla, man kennt den Sermon ja inzwischen.

Dieses „Feedback“ erhielten alle Bands, die sich irgendwie zu Frei.Wild äußerten. Sarah Kuttner musste ähnliches über sich ergehen lassen, als sie während einer Lesung aus ihrem Buch Mängelexemplar das Wort „Negerpuppe“ erwähnte – von Menschen, die weder das Buch gelesen noch die Veranstaltung besucht hatten. Kandidatinnen von Sendungen wie Shopping Queen oder 4 Hochzeiten blabla können sich darauf gefasst machen, in den Kommentaren zur Sendung aufs Übelste persönlich beschimpft zu werden (die besonders Ungeschickten beteiligen sich noch an der Diskussion, sollte man nicht tun.). Ein Mario Götze erhält vermutlich noch heute von enttäuschten Dortmund-Fans regelmäßige Judas-Vorwürfe auf die Pinnwand geschmiert und als ich jüngst mein neues Idol Daniela Fehrenbach bei Facebook mit meinem „Like“ beglückte, stellte ich fest, dass Menschen sich tatsächlich dazu hinreißen lassen, der Darstellerin/Kunstfigur einer beschissen-dämlichen Scripted Reality Sendung öffentlich zu schreiben, wie scheiße und zurückgeblieben sie doch sei, ich zitiere:

Du peinliche Drecks schlampe machst mich so aggressiv
Tuh der Menschheit einen Gefallen und bring dich um du Peinlichkeit (Quelle)

Und ich denk mir so: Geht’s noch? Ich finde ja echt vieles, darunter auch viele Personen des öffentlichen Lebens scheiße, aber ich kann mich gerade noch beherrschen, ihnen oder ihrem/ihrer Facebook-PraktikantIn dies „persönlich“, garniert mit einer Portion Rechtschreibfehler und schlimmen Beleidigungen, mitzuteilen. Vor allem, wenn es echt um Nichtigkeiten geht.

Wie groß muss das Entsetzen sein, dass man sich sogleich bemüht, das Profil der Person bei Facebook aufzusuchen, um ihr mitzuteilen, wie beschissen man sie doch findet? Welche hasserfülltes und niederträchtiges Wesen muss man sein, um so zu reagieren? Vermutlich würde auch hier die von mir geliebte Trollforschung ansetzen und es scheint an der Zeit zu sein, zu ergründen, wieso Menschen seit dem Aufkommen von Social Media so leidenschaftlich beleidigen und wildfremde mit virtuellen Todeswünschen bedenken. Ist es Langeweile? Selbsthass? Haben die Leute endlich genug von beschissener Musik und schlechter Scripted Reality? Ich werde es herausfinden!

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Ein Gedanke zu “Seid doch mal nett zueinander!

  1. Pingback: Der Gutmensch – ein mir unbekanntes Wesen | 50 Shades of Hate

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