Helene, bitte hör auf damit!

Quelle: weltrecords.de

Quelle: weltrecords.de

Disclaimer: Da es um einen Film geht, der derzeit und wohl nicht für lange auf SPON gezeigt wird, muss dieses Pamphlet vorgezogen werden. Es geht nicht anders.

Gibt es eigentlich eine Person im, nennen wir es mal, Kulturbetrieb, die noch stärker überschätzt wird als Helene Hegemann? Wie das so ist mit kontroversen Büchern, kam ich nicht umhin, ihren Erstling Axolotl Roadkill anzufangen, selbstverständlich nicht gekauft, denn das kostet Geld und Menschen wie Helene Hegemann sollen nicht an mir verdienen. 

Wer von Axolotl Roadkill noch nie gehört hat, hat im Prinzip nichts verpasst. Bekannt wurde dieses Buch deshalb, weil Frau Hegemann sich damals im zarten Alter von 18 Jahren maßgeblich an fremdem geistigen Eigentum bediente. Welche Passagen sie genau geklaut hat, weiß ich nicht, denn viel weiter als bis Seite 15 kam ich nicht, Axolotl Roadkill ist nämlich schlichtweg verschwurbelte Scheiße, die sich durch pseudo-kunstvolle sprachliche Arrangements einen intellektuellen Anstrich verleihen möchte. Ich glaube, es ging um sehr kaputte junge Menschen, die lauter Dinge tun, von denen Eltern nicht möchten, dass man sie tut. Aber so genau weiß ich es nicht, denn das Buch ist schlicht nicht lesbar.

Wieso das FeuilletonistInnen gut finden, weiß ich ebenso nicht. Da Frau Hegemann für mindestens einen Literaturpreis nominiert wurde, muss sie ja jemand gut gefunden haben. Da denk ich mir auch immer wieder „Boah Lena, wieso schreibst du nicht mal ’nen Roman, in dem junge Menschen Dialoge führen, die zwar niemand  außerhalb der Belletristik und Dawson’s Creek jemals führen würde, aber macht ja nix und dazwischen machen sie einfach mal total abgefahrene Sachen?“ Ja, wieso eigentlich nicht?

Nun, Helene Hegemann hat nicht nur Bücher geschrieben (es sind laut Wikipedia bereits derer zwei), sondern auch einen Film gemacht, der sogar beim Max Ophüls Preis, einem Nachwuchsfilmfestival, das immer im Januar in Saarbrücken stattfindet (und bei dem ich 2005 mal Teil der SchülerInnenjury war, ohja, das war damals lustig, ich bin bei allen Nachmittagsfilmen eingeschlafen, aber das würde jetzt abschweifen…) lief und mit einem Preis ausgezeichnet wurde.  Dieser Film, er heißt Torpedo, wird diese Woche bei Spiegel Online gezeigt (Achtung, die machen öfter und schlechtere Werbung als beim Super Bowl und der Film dauert nur 42 Minuten) und es geht weder um U-Boote noch um Tampons.

Also dachte ich mir: Schauste den mal. Gesagt getan. In Torpedo geht es um ein 15jähriges Mädchen namens Mia (gespielt von Alice Dwyer, die mindestens 20 ist und auch so aussieht), das laut Teaser „hinreichend“ traumatisiert sei, weil sie mit dem Vater eine inzestuöse Beziehung hatte und die Mutter drogensüchtig war. Nun lebt sie bei der Tante in Berlin, im Vergleich zu der Mia eigentlich ganz normal wirkt. Und dann passieren (natürlich) total absurde Dinge. Sie lässt sich schlagen, um vergewaltigt auszusehen. Sie erzählt der Super Nanny (ehrlich wahr, das ist sie), das sie Therapeuten scheiße findet und springt auf Autos herum. Crazy. Und dann solche Textzeilen wie „Ich bin verrückt geworden und ich weiß auch, warum: Ich habe von meiner Mama geträumt blablablabla und dann hat sie gekotzt und ich glaub, das war der schönste Moment in meinem Leben.“ Aha. Außerdem ist der Film ätzend geschnitten und die Kamera nervt. Nennt man glaube Kunst. Vielleicht bin ich auch nicht intellektuell genug für sowas, ich hab’s einfach nicht verstanden, dabei habe ich mich so bemüht. Und daher frage ich mich wirklich: Liegt es an mir oder ist Torpedo wirklich banaler Müll? Man möge mir auf die Sprünge helfen. Danke.

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