Gar nicht mal so geil

Quelle: electru.de

Quelle: electru.de

Edeka liebt Lebensmittel nicht mehr, Edeka findet Lebensmittel jetzt supergeil. Ein betagter Herr mit Sonnenbrille, der mich schmerzlich an den „It’s cool man“-Öhi aus der Milka-Werbung anno dazumal erinnert, rappt sich drei Minuten durch den Supermarkt und findet alles – wer hätte das gedacht – „supergeil“. Dieser Werbespot, der offenbar nur im Internet kursiert, hat das geschafft, wovon viele PR-Firmen träumen: Er wurde viral. Mehr als 3,6 Millionen Menschen haben bis dato das Video bei YouTube angesehen, in meinem Facebook-Newsfeed tauchen ständig Supergeil-Hashtags (das ist meiner Meinung nach ohnehin eine Unart) auf und Leute bescheinigen sich gegenseitig, wie supergeil sie doch sind.

Dass das im Jahr 2014 supergut ankommt, wundert mich gar nicht. Wenn sich so ein älterer Herr an Sprache, Posen, Tanzstilen der Jugend“kultur“ abarbeitet, ein paar popkulturelle Zitate einbaut und alles ironisch überhöht, dann findet man das eben „supergeil“. Als Werbung für einen jetzt nicht so ganz fancy Supermarkt wie Edeka mag das ja echt erfrischend sein- aber es ist halt immer noch Werbung, auch wenn sie noch so gut gemacht ist. Wenn das so weitergeht, dann wird „supergeil“ noch zum Wort des Jahres. Wer hätte jemals gedacht, dass Edeka mal die Jugendkultur prägen wird? Ich jedenfalls nicht. Und ich hätte auch gut drauf verzichten können.

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